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Wir suchen englischsprachige Erzieher/-innen für unsere Einrichtung.

Start Gesamtkonzept Behutsame Eingewöhnung
Behutsame Eingewöhung

Die Zeit der Eingewöhnung stellt für  Kinder und Eltern eine sehr sensible Situation dar. Besonders wenn es sich um die erste Trennung von Eltern und Kind handelt, ist an alle Beteiligten ein hohes Maß an Sensibilität und Einfühlungsvermögen gefordert. Die Eingewöhnung darf sich also nicht nur auf das Kind beziehen, sondern muss ganz wesentlich auch die Eltern mit einschließen.

Vorbereitung

Der Verlauf der Eingewöhnung wird im Vorfeld mit den Eltern besprochen.  An einem Elternabend/ Elterngespräch werden die Rahmenbedingungen und der konkrete Ablauf der Eingewöhnung erörtert. Gegebenenfalls werden Termine für Krabbelgruppen oder Spielnachmittage herausgegeben, bei welchen schon im Vorfeld der Eingewöhnung Gewohnheiten, Vorlieben und Abneigungen der Kinder erfragt werden können und ein erstes vorsichtiges Kennenlernen stattfinden kann.

Die ersten Tage

 

Die Erzieherin vereinbart mit den Eltern an drei aufeinander folgenden Tagen je eine Stunde Eingewöhnungszeit. In diesem Zeitraum nimmt die Erzieherin Kontakt zum Kind auf und macht Spielangebote ohne sich aufzudrängen. Sie beobachtet das Kind um es kennen zu lernen und tauscht sich mit den Eltern aus.

Die Eltern fungieren in der Situation als sicherer Hafen. Sie geben ihrem Kind das Gefühl jederzeit da zu sein, akzeptieren aber wenn sich das Kind von ihnen entfernt um das neue Umfeld selbst zu erkunden. Sie drängen das Kind nicht dazu sich zu entfernen.

Frühestens am vierten Tag wird der erste Trennungsversuch durchgeführt. Hierbei entfernen sich die Eltern nach kurzem gemeinsamem Aufenthalt im Gruppenraum von ihrem Kind. Die erste Trennung der Eltern vom Kind wird nicht heimlich durchgeführt! Die Eltern verabschieden sich vom Kind und erklären dass sie bald wiederkommen. Sie zögern die Verabschiedung nicht hinaus indem sie ggf. versuchen das Kind lange zu trösten, sondern überlassen diese Aufgabe der Erzieherin. Diese beschäftigt sich während der Abwesenheit der Eltern intensiv mit dem Kind indem sie Spielangebote unterbreitet. Weint das Kind oder verhält es sich verstört, versucht die Erzieherin das Kind abzulenken und zu trösten. Gelingt dieser Versuch nicht, werden die Eltern wieder in den Raum gebeten. Die erste Trennung sollte in der Regel nicht länger als 30 Minuten dauern. Die Situation wird immer von Seiten der Erzieherin beendet. D.h. Eltern kommen nur nach Ablauf der abgesprochenen Zeit oder nach Aufforderung wieder zurück.

 

Weiterer Eingewöhnungsverlauf

Hat das Kind sich nach kurzer Zeit beruhigen lassen oder zeigt sich generell unbeeindruckt davon, wird die Trennung täglich um ca. 30 Minuten stufenweise verlängert, um die Anpassungsfähigkeit des Kindes nicht über zu strapazieren. Das Kind befindet sich in jedem Fall in einer Stresssituation auch wenn es sich unbeeindruckt vom Geschehen zeigt.

Verlangt das Kind beim ersten Trennungsversuch heftig nach der Rückkehr der Eltern  muss sich auf eine längere Eingewöhnungszeit eingestellt werden. Mit dem nächsten Trennungsversuch sollte erst wieder ein paar Tage gewartet werden. Diese Zeit wird vom Erzieher genutzt tieferen Kontakt zum Kind aufzubauen. In Anwesenheit der Eltern können pflegerische Tätigkeiten wie wickeln oder füttern des Kindes übernommen werden. Lässt sich das Kind beim zweiten Versuch beruhigen und ablenken kann eine stufenweise Erhöhung der Trennungszeit erfolgen.

Die Eingewöhnung ist abgeschlossen, wenn das Kind zwar über die Trennung von den Eltern protestiert, aber die Erzieherin als Basis und Ersatz akzeptiert und sich trösten lässt. Es muss eine tragfähige Beziehung zum Kind aufgebaut werden, welche die Basis für die Entwicklung der Beziehung zu anderen Kindern, anderen Erziehern und der Umgebung bildet. Eltern müssen Zeit mitbringen und ihr Kind so lange begleiten bis es der Erzieherin gelungen ist eine solche Beziehung zum Kind aufzubauen.